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November 22, 2018

Lies Dir den nachfolgenden Beitrag in Ruhe durch. Wenn Du Fragen hast, oder Hilfe bei der Umsetzung brauchst, kannst Du Dich gerne für einen Rückruf eintragen!

Welche Spielertypen gibt es?

Eigentlich dachte ich, dass Spieler gleich Spieler ist. Doch neulich habe ich einen Beitrag gelesen und erfahren, dass es verschiedene Spielertypen gibt. Die Glücksspielsucht scheint vielfältig und so dachte ich mir, dass ein Blogbeitrag sicherlich für Dich ebenso interessant sein könnte, wie für mich.

Rückblickend scheint es logisch, dass es verschiedene Spielertypen gibt, so wie auch bei der Alkoholsucht verschiedene Alkoholikertypen gibt. Ich erinnere mich hierbei an den Phasentrinker, der teilweise Monate keinen Tropfen Alkohol zu sich nimmt und dann plötzlich über mehrere Tage hindurch Alkohol in großen Mengen konsumiert. Wie alles im Leben ist auch die Spielsucht nicht nur schwarz und weiß. Es gibt verschiedene Grautöne, die wir uns heute anschauen werden.

Die verschiedenen Spielertypen nach Blaszczynski und Nower

Problemspieler mit konditioniertem Spielverhalten: In dieser Gruppe finden sich nur minimale Level an Psychopathologie (von griechisch psyche = Hauch, Seele; pathos = Krankheit; logos = Lehre; Wissenschaft, die sich mit der Erkennung, Beschreibung und Analyse von Störungen beschäftigt, die mit psychischen Symptomen einhergehen) Die Spieler sind zumeist motiviert, eine Behandlung zu beginnen. Häufig sind bereits minimale Interventionen oder Beratungsangebote ausreichend.

Emotional verletzliche Problemspieler: In dieser Gruppe liegen bereits vor Beginn des pathologischen Glücksspielens Angststörungen und/oder Depressionen vor. Zudem weisen die Betroffenen mangelhafte Bewältigungs- und Problemlösefähigkeiten auf. Daher ist für diese Gruppe eine Veränderung schwerer zu erreichen. Die zugrundeliegende Vulnerabilität (genetisch oder/und biographisch erworbene Verletzlichkeit)  muss in der Therapie angesprochen und mitbehandelt werden.

Antisozial impulsive Problemspieler: Im Unterschied zu den „emotional verletzlichen Problemspielern“ liegen in dieser Gruppe vermehrt antisoziale Persönlichkeitsstörungen, Aufmerksamkeitsdefizite sowie ein hohes Ausmaß an Impulsivität vor. Die Spieler sind schwer zur Behandlungsaufnahme zu bewegen, zeigen eine geringe Compliance (Therapiemitarbeit) und haben hohe Abbruchraten. Zudem reagieren sie kaum auf Interventionen.
Betrachtet man sich die einzelnen Spielertypen, kann man schlussfolgern, dass jeder einzelne eine unterschiedliche Therapie benötigt. Jeder dieser Typen hat unterschiedlich Probleme und braucht eine individuelle Beratung.

Bei Typ Nummer 1 reicht eventuell eine Erstberatung bei einer Anlauf- und Beratungsstelle aus. So kann er wieder auf den richtigen Weg gebracht werden und bekommt sein Leben wieder in den Griff. Werden Familie und Freunde noch mit einbezogen, sind die Erfolgsaussichten sehr hoch, dass dieser Typ seine Spielsucht in den Griff bekommt.

Bei Typ Nummer 2 ist schon eine umfängliche Therapie von Nöten, um die Glücksspielsucht in den Griff zu bekommen. Die Betroffenen leiden, außer der Spielsucht, noch an weiteren psychischen Erkrankungen und sind alleine nicht mehr in der Lage, sich zu helfen. Außer der Spielsucht müssen also auch die anderen Erkrankungen therapiert werden. Hier sollte ein Psychologe aufgesucht werden, damit dieser ganzheitlich die Glücksspielsucht therapieren kann.

Bei Typ Nummer 3 steht die Therapiemotivation im Vordergrund. Bevor dieser Typ nicht begreift, dass er etwas gegen seine Spielsucht unternehmen kann, gehen alle Bemühungen ins Leere. Der Betroffene muss richtig motiviert werden. Das könnte beispielsweise durch das Aufzeigen der Probleme und der Verluste geschehen.

Fazit

Motivation ist das A und O bei der Therapie wegen Spielsucht. Kann der Betroffene nicht aus der eigenen Motivation heraus den Weg in die richtige Richtung finden, muss diese von außen gefördert werden. Oftmals gibt es auch positive Begleiterscheinungen bei Spielsucht, sodass der Spieler die negativen Folgen gar nicht so richtig wahr nimmt. Die negativen Folgen der Sucht müssen ihm dann erst einmal aufgezeigt werden.

Wichtig ist, dass alle drei Spielertypen zunächst einmal den Weg zu einer Beratungsstelle finden. Oftmals muss aber erst einmal von den Freunden oder der Familie ein kleiner Schubser in die richtige Richtung gegeben werden. Besteht dann der Kontakt zu einer Beratungsstelle, kann die passende Therapieform gewählt werden. Eine Therapie benötigt Zeit. Betroffene werden vermutlich nicht von heute auf morgen mit dem Glücksspiel aufhören können. Solange jedoch der Wunsch nach einer Veränderung aufrechterhalten wird, besteht Hoffnung. In Deutschland erhalten alle Menschen Hilfe, wenn sie aktiv werden. Der Weg zur Therapie ist oftmals ein langer. Wie Du eine Therapie beginnst, kannst Du hier nachlesen.

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Soforthilfe bei Spielsucht findest Du hier:

Welcher Spielertyp bist Du und warum?

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Soforthilfe als Angehöriger findest Du hier.

Über den Autor

Moritz Bickelhaupt

Durch seine eigene Spielsucht begann Moritz damit, sich mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung intensiv auseinanderzusetzen. Zunächst beschränkte sich die Arbeit auf die Spielsuchthilfe, doch mittlerweile widmet sich der Autor dem Thema Lebensglück und wie man es erreichen kann. 

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