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Glücksspielprävention

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Die Rubrik Glücksspielprävention richtet sich an Menschen, die noch kein problematisches Spielverhalten oder pathologische Spielsucht entwickelt haben.

Da Spielsucht bereits im Kindes- und Jugendalter Thema ist, ist die Rubrik der Glücksspielprävention auch als Jugendschutz zu verstehen. Wenn ich an meine Anfänge mit dem Glücksspiel denke, war ich gerade 17 Jahre alt, als ich das erste Mal in Berührung mit dem Glücksspiel kam. Damals fing alles an...

In dieser Rubrik, möchte ich über die negativen Folgen des Glücksspiels aufklären. Hätte mir damals jemand glaubhaft aufzeigen können, wie negativ sich mein Leben durch das Glücksspiel entwickelt, hätte ich vermutlich, noch vor dem Entwickeln meiner pathologischen Spielsucht, die Notbremse gezogen. Dann würde es die Glückszone zwar nicht geben, aber ich hätte mir und meinen Angehörigen sehr viel Leid erspart. Genau dieses Leid möchte ich Dir ersparen!

Das wirksamste Mittel, um für Abschreckung zu sorgen, sind wahre Geschichten von Spielsüchtigen und deren Angehörigen. Deshalb werde ich genau diese Geschichten sammeln und hier veröffentlichen. Wenn Du diese Geschichten nicht verpassen willst, trage Dich für den Newsletter ein, damit Du direkt erfährst, wenn sie veröffentlicht wurden. Solltest Du selbst Betroffener sein und willst, dass Deine Geschichte hier eingereiht wird, dann schreibe mir unter info@glueckszone.de.

Beginnen werden wir mit mir selbst:

Wie Du vielleicht schon in meinen Blogbeiträgen oder meiner Biografie gelesen hast, war mein Laster die Spielautomaten. Angefangen hat alles im Jahr 2007, als mich ein Freund mit in eine Spielothek nahm. Zuerst schaute ich nur zu, spielte dann aber mit meinen ersten 5€ und machte schnell 50€ daraus. Das war aufregend und damals eine Menge Geld für mich. Ab da ging es steil bergauf, zumindest was meine Einsätze und meinen Zeitaufwand betraf. Zuerst schien es, als könnte ich nicht verlieren, aber plötzlich riss meine Glückssträhne ab und ich verlor alles. 

Da ich damals nur Taschengeld von meinen Eltern bekam, war das schnell aufgebraucht. Ich ließ mir von meiner Bank einen Überziehungsrahmen einrichten, den ich nach und nach auf 1000€ ausweitete. Bis die Bank mir keinen weiteren Rahmen einrichtete, da ich damals kein Einkommen hatte. Also fing ich an, mir Geld bei Freunden zu leihen und irgendwann auch zu klauen. Ich beklaute meinen Vater, meine Oma und auch die Eltern eines Freundes. Selbst vor dem Geldbeutel meiner damaligen Freundin machte ich nicht halt.

Jedes Mal, wenn ich Geld hatte, wanderte es im Automaten. Klar gab es auch Gewinne, aber die wandelte ich immer in Verluste um. Die Spielintensität steigerte sich, sodass ich irgendwann nicht mehr mit 500€ zufrieden war. Wenn ich Glück hatte, schloss die Spielothek, bevor ich wieder alles Geld verloren hatte. Damals gab es noch die Putzstunde von 05:00 bis 06:00 Uhr. Oft ging ich um 05:00 Uhr aus der Spielothek, nur um 06:00 Uhr wieder voll einzusteigen. Ich schwänzte auch immer öfter die Schule, um spielen zu können. Trotz alledem schaffte ich mein Abitur. Nach dem Abi fing ich an, zu studieren. Doch auch das Studium war eher Nebensache für mich. Die Vorlesungen hinderten mich am Spielen, also schwänzte ich sie auch. Damals bekam ich etwas über 300€ BaFög und noch 300€ Taschengeld von meinem Vater. Ich hatte ein eigenes Auto und keine wirklichen Ausgaben. Das ist wirklich viel Geld, für jemanden, der kaum Ausgaben hat. Das gesamte Geld landete immer im Automaten und das meistens Anfang des Monats. Das Studium schmiss ich gerade Mal nach drei Monaten hin und hatte so noch mehr Zeit fürs Spielen. Zudem zerbrach meine Beziehung an meiner Spielsucht, was ich wiederum ausblendete, indem ich Spielen ging. Ein richtiger Teufelskreis.

Nach etwa neun Monaten Leerlauf, von denen ich die meiste Zeit in Spielotheken verbrachte, begann ich ein Studium bei der Polizei. Ich dachte, dass mich das vom Spielen abhalten würde, doch weit gefehlt. Während des Studiums bekam ich Geld, dass direkt im Automaten landete. Ich hatte nun mehr Geld zur Verfügung, also konnte ich noch mehr spielen. Mein Gehalt war meistens in der ersten Woche des Monats weg. Da ich nun über ein eigenes Einkommen verfügte, bekam ich nun auch Kredite bei der Bank. Ich hatte noch 1000€ Schulden auf meinem alten Konto, und nahm einen neuen Kredit bei einer anderen Bank auf. Mittlerweile hatte ich auch eine Kreditkarte, die ich bis zum Anschlag überzog. So kamen einige tausend Euro Schulden zusammen, die ich natürlich nicht begleichen konnte. Ich zahlte immer Mal wieder etwas ab, nur um den Dispokredit ein paar Tage oder Wochen später  wieder in Anspruch zu nehmen. Ich hatte oft nicht einmal mehr genug Geld, um mir etwas ordentliches zu Essen zu kaufen, sodass ich mich hauptsächlich von Toastbrot und Wasser ernährte. Mein Auto verkaufte ich notgedrungen. Meistens hatte ich sowieso kaum genug Geld, um es zu tanken. Mein Glück war, dass mich meine Familie immer wieder auffing. Dort suchte ich immer nach Schutz, wenn ich Mal wieder pleite war. Noch vor dem Studienbeginn bei der Polizei fanden meine Eltern heraus, dass ich sie beklaut hatte. Da ich aus der Nummer nicht mehr raus kam, beichtete ich mein Spielproblem und sie boten mir Hilfe an. Da ich aber nicht mit dem Spielen aufhören wollte, sagte ich zwar zu, die Hilfe anzunehmen, machte das aber nur, um meine Ruhe zu haben. Damals gingen wir zusammen zu einer Psychotherapeutin. Nach ein paar Sitzungen schien wieder alles in Ordnung zu sein und alles nahm wieder seinen normalen Lauf.

Nach ein paar Monaten ging alles wieder von vorne los, bis ich dann auszog und nicht mehr greifbar für meine Familie war. Während des Studiums machte ich immer mehr Schulden. Mit steigendem Gehalt bekam ich immer mehr Kredite, die ich aber nicht bedienen konnte. Also lieh ich mir Geld von Freunden und schloss sogar einen Kredit bei einer sehr fragwürdigen Bank ab. Alles in allem waren die Kredite auf 26.000€ angewachsen. Da ich aus eigener Kraft aus der Nummer nicht mehr raus kam, wendete ich mich wieder hilfesuchend an meine Eltern. Mein Vater nahm eine Hypothek auf sein Elternhaus auf, um mir zu helfen. Das und meine jetzige Lebensgefährtin halfen mir, 2015 spielfrei zu werden. Hätte ich diesen Rückhalt und diese Unterstützung nicht gehabt, wäre mein Leben richtig den Bach runter gegangen.

Jetzt ist meine Situation im Vergleich zu anderen Spielsüchtigen vermutlich noch glimpflich abgelaufen. In Kürze wirst Du hier Geschichten lesen können, bei denen es deutlich schlimmer kam. Damit Du keine Geschichte verpasst, trage Dich gleich hier für den Newsletter ein!

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