1. Teil: Therapiemotivation

Spread the love

Heute möchte ich mit dem ersten Teil der Reihe „Therapiemotivation“ beginnen. Es geht speziell um die Förderung der Motivation zur Therapie bei Glücksspielsucht. Es gibt verschiedene Gründe, eine Therapie zu beginnen. In einem vergangenen Blogbeitrag habe ich mich bereits mit den Gründen einer Spielsuchttherapie beschäftigt. Hier wird unterschieden zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation, also Motivation von innen und von außen. Genaueres dazu kannst Du hier nachlesen.

Die Motivation, eine Spielsuchttherapie zu beginnen, verläuft oft zyklisch. Anfangs ist die Motivation sehr groß, mit der Zeit wird diese aber oftmals weniger und führt in vielen Fällen zu einem Abbruch der Therapie.

Was ist Motivation?

Laut Wikipedia: „Motivation bezeichnet die Gesamtheit aller Motive (Beweggründe), die zur Handlungsbereitschaft führen und das auf emotionaler und neuronaler Aktivität beruhende Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. Die Umsetzung von Motiven in Handlungen nennt man Volition oder Umsetzungskompetenz.“ … „Die Bezeichnung Motivation ist auf lateinische Verb movere (bewegen, antreiben) zurückzuführen.“

 

In Bezug auf die Therapiemotivation wären also folgende Motivatoren denkbar:

  • verbessertes Selbstwertgefühl
  • Verhinderung des Kontrollverlustes
  • Verhinderung des Verlustes der Familie und der Freunde
  • Abbau von Schulden / Abwenden der Privatinsolvenz
  • etc.

Wie entsteht Motivation?

Die Motivation, eine Therapie bei Spielsucht zu beginnen, kann auf zwei Arten entstehen:

  1. von innen (intrinsisch)
  2. von außen (extrinsisch)

Was ist der Unterschied?

Der Unterschied zwischen intrinsisch und extrinsisch ist ein ganz entscheidender, und zwar die Erfolgsaussichten einer Therapie. Kommt die Motivation von innen, aus welchen Gründen auch immer, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Therapie den gewünschten Erfolg erzielt deutlich höher, als wenn die Motivation nur von außen kommt.

Hier sind einige Beispiele, was Du unter intrinsischer Motivation verstehen kannst:

  • das Selbstwertgefühl ist sehr gering, durch die Spielsucht und soll wieder aufgebaut werden
  • der Schuldenberg wird immer größer und die schlaflosen Nächte werden immer mehr (hierunter leidet auch wieder das Selbstwertgefühl)
  • der Gesundheitszustand verschlechtert sich, durch den zunehmenden Stress, den die Glücksspielsucht mit sich bringt (der Wunsch nach Gesundheit wächst)

Extrinsische Motivation könnte hierdurch entstehen:

  • der Partner kündigt die Trennung an, sollte sich keine Besserung einstellen
  • der Chef stellt eine Kündigung in Aussicht, durch die zunehmende Unzuverlässigkeit
  • es kommen zunehmend Mahnungen in den Briefkasten und eine Pfändung steht kurz bevor
  • bereits begangene Straftaten, die aus der Spielsucht resultieren, ziehen eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe nach sich und eine Therapie könnte das Strafmaß reduzieren

Letzten Endes lösen diese extrinsischen Motivatoren immer auch eine Art intrinsische Motivation aus. Diese führen dazu, dass sich der Betroffene schlecht fühlt, Probleme bekommt und den Wunsch nach Veränderung hegt. Es kommt hierbei auf Art und Ausmaß des Problems an und wie die Person auf den von außen zugefügten Stress reagiert.

Wie kann man Motivation fördern?

Interessant ist diese Frage sicherlich für Angehörige von Spielsüchtigen. Ein Spieler, der bislang noch nicht genügend intrinsische Motivation hat, um eine Therapie zu beginnen, wird diesen Blogbeitrag niemals lesen. Vermutlich bist Du ein Angehöriger eines Spielers, der herausfinden möchte, wie er Motivation von außen zuführen kann. Das Ziel ist es, die Motivation von außen zu einer Motivation von innen werden zu lassen. In der Psychotherapie gibt es hierzu verschiedene Herangehensweisen. Jeder Therapeut geht hier anders vor und hat seine eignen Methoden, beim Erreichen des gewünschten Zielzustandes und Förderung der Motivation des Probanden.

Hierzu habe ich ein interessantes Buch gelesen: Therapiemotivation: Widerstände analysieren – Therapieziele klären – Motivation fördern von Dietmar Schulte *

In diesem Buch geht es nicht speziell um Glücksspiel, ist aber trotzdem bestens dafür geeignet, Selbsthilfe bei Spielsucht zu erlenen, zumindest was die Gründe für das Beginnen einer Therapie und das Aufrechterhalten dieser anbelangt.

In den nächsten Wochen werde ich mich genau mit dieser Frage beschäftigen und versuchen Dir zu erläutern, wie Du es schaffen kannst, Deinen Angehörigen so zu motivieren, dass er endlich eine Therapie beginnt und den Kampf mit der Glücksspielsucht aufnimmt. Ich werde versuchen, Dir das Wissen so zu vermitteln, dass es leicht verständlich ist und dem Problem auf den Grund geht. Die Wissenschaft, die Medizin und speziell die Psychologie bieten diverse Erklärungsansätze, die wir uns gemeinsam in den nächsten Wochen anschauen werden. Wir werden zusammen das Verhalten von Spielern analysieren, Ziele ausarbeiten und die nötige Behandlung identifizieren.

Die Förderung von Motivation einer Therapie ist ein andauernder Prozesse, welcher ein ständiges Lernen erfordert. Das Hauptziel sollte es sein, ein Leben ohne die Folgen der Spielsucht führen zu müssen, so gut es eben geht. Ich habe hier speziell nicht geschrieben, dass ein Leben ohne Spielsucht das Ziel sein muss, denn das funktioniert nicht. Die Sucht verschwindet nicht, egal wie lange eine Abstinenz besteht. Das sollte Dir klar werden, bevor Du beginnst, den Kampf aufzunehmen.

Wenn Du Fragen haben solltest oder Anregungen, dann nimm Kontakt per Mail zu mir auf unter info@glueckszone.de

Melde Dich auch für meinen Newsletter an. So verpasst Du keinen Artikel mehr und bleibst auf dem Laufenden zu allen Themen. Schaue Dich in der Zwischenzeit auch im Bereich der Suchthilfe / Spielsuchthilfe um. Dort findest Du Hilfe bei Spielsucht für Angehörige und Selbsthilfe bei Glücksspielsucht für Betroffene.

Hast Du bereits eine Therapie gemacht? Woher hast Du Deine Motivation genommen? Hinterlasse einen Kommentar!

An dieser Stelle möchte ich Dir anbieten, dass wir uns persönlich kennenlernen. In einem 30 minütigen kostenlosen Erstgespräch besprechen wir alles weitere. Außer 30 Minuten Deiner Zeit hast Du nichts zu verlieren. Wenn ich Dir helfen kann, dann sind 30 Minuten doch ein gutes Investment oder etwa nicht? Hier kannst Du Dir direkt einen Termin buchen.

Hier kommst Du zur Soforthilfe bei Spielsucht:

Als Angehöriger findest Du hier Hilfe.

  • >
    WhatsApp schreib uns